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The Creativity of Plants


  • Tenri Japanisch-Deutsche KulturWerkstatt e.V. Kartäuserwall 20 50678 Köln Germany (map)

FR/06.04.18/19:00 |

Dauer der Ausstellung: 06. – 28. April / dienstags bis samstags 13:00 -19:00 |

Tenri Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt e.V.– Brücke nach Japan

Die Kreativität der Pflanzen

ein Ausstellungs- und Musikprojekt in der Tenri Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt e.V. Köln


Zahlreich und ehrenwert sind die Initiativen, Ausstellungen und Projekte, in denen sich

Künstler/innen und Kreative um die Umwelt sorgen und auf Defizite aufmerksam machen. Oft steht

eine human-zentristische Einstellung hinter diesen Aktivitäten, die die überlebenswichtige

Notwendigkeit der Natur für den Menschen in den Mittelpunkt rückt, aber den Blick dafür verdeckt,

dass unsere Mit-Lebewesen, z.B. in der Pflanzenwelt, eine eigene Wertigkeit besitzen und

möglicherweise, vom Menschen unabhängig, eine eigene Agenda verfolgen.

Dieses Projekt beleuchtet auf experimentelle Weise Erscheinungs- und Äußerungsformen der

Pflanze auch jenseits ihrer natürlichen Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit und beinhaltet die beiden

Schwerpunkte Ausstellung und Konzert.

1. Ausstellung

Die Ausstellung mit mehreren internationalen Künstlerinnen und Künstlern behandelt die Frage

nach dem kreativ-künstlerischen Potenzial der Pflanze und erforscht Ausdrucksmöglichkeiten einer

Zusammenarbeit zwischen der Pflanze als Material und Impulsgeber und dem künstlerisch

Schaffenden als ausführendem und interpretierendem Medium.

Im Raum steht die Ausgangsthese, dass sowohl der Künstler/die Künstlerin, wie auch die Pflanze

kreatives Potenzial und Ausdruckswillen besitzen. In einer respektvollen Beschäftigung mit der

Pflanze soll und wird es zu einem gegenseitigen Austausch, einer Beeinflussung bzw. Inspiration

zwischen der Pflanze und dem künstlerisch Schaffenden kommen. Auch Material und Motiv (die

Pflanze) kreieren bzw. bedingen die Kunst.

Mit der Grundeinstellung, die Pflanze als Kooperationspartnerin auf "Augenhöhe" zu akzeptieren,

lotet der Künstler/die Künstlerin mit den eigenen kreativen Fähigkeiten das künstlerische

Ausdrucksvermögen der Pflanze aus.

1.1 Teilnehmende Künstler/innen

Yui Tombana (J, Wakayama/Münster), Rauminstallation

Yui Tombana, Studentin der Kunstakademie Münster, widmet sich in ihren Arbeiten zur

Botanik den kleinen Details und realisiert Ordnungssysteme für vermeintlich zufällige

Naturerscheinungen. In ihren selbst konstruierten "Maschinen" und Porzellanobjekten geht

sie den Klangerlebnissen bestimmter Pflanzensamenkapseln nach.

Angela Kiersch (Neukirchen-Vluyn), Objekte

Angela Kiersch formt aus Pflanzenteilen zarte und fragile Gebilde. Die

Zerfallserscheinungen der Pflanzen inspirieren sie, deren ungenutzte Fähigkeiten

auszuloten und mit neuen Formen neue Spannungen zu erzeugen. (www.angelakiersch.de)

Lisa Creagh (GB, Brighton), Fotografie

Lisa Creagh beschäftigt sich in ihrer Fotoserie "The Instant Garden/Floriculture" mit floralen

Mustern. In einer aufwändigen Technik fügt sie Blätter, Blüten und Pflanzenteile zu

beeindruckenden ornamentalen Bildkompositionen. 2016 belegte sie den dritten Platz beim

International Photography Award in der Kategorie Nature/Flowers. (www.lisacreagh.com)

Werner Henkel (Bremen), Installation, Briefe

Werner Henkel, seit vielen Jahren ein wichtiger Protagonist der "Natur-Kunst", präsentiert in

zwei Serien eine imaginierte Schriftsprache von Bäumen und tritt auf diese Weise mit ihnen

in Briefkontakt. (www.naturarte-wernerhenkel.de)

Maarten Kolk & Guus Kusters (NL, Eindhoven)

Die Künstler und Designer Maarten Kolk und Guus Kusters kreieren in ihrer Videoarbeit

"Withering flowers" Pflanzenbewegungen, die in ihrer Zartheit eine tiefe Verbundenheit mit

den Ausdrucksformen des zeitgenössischen Tanzes offenbaren.

(https://vimeo.com/53868970)

(www.maartenkolk-guuskusters.tumblr.com)

2. Konzert

Im Konzert werden Werke des zeitgenössischen japanischen Komponisten Mamoru Fujieda

aufgeführt. Er hat in seinem über mehrere Jahre durchgeführten Opus Magnum "Patterns of

Plants" beispielhaft die Kooperation zwischen der Pflanze und dem Komponisten verwirklicht.

Die Kompositionen innerhalb der "Patterns of Plants"-Reihe wurden für unterschiedliche

Instrumente und Ensembles arrangiert. Für das Konzert vorgesehen sind mehrere Stücke für

Piano solo, sowie für die traditionelle japanische Mundorgel Shō und Violine. Diese Kompositionen

werden als deutsche Erstaufführungen zu hören sein. Mamoru Fujieda wird einige Werke dieser

Reihe für das Konzert neu arrangieren.

Das Konzert wird in enger Kooperation mit dem Netzwerk "ON Neue Musik Köln" veranstaltet.

Die Aufführung findet am 07.04.2018 in der Tenri Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt statt.

2.1 Komponist und Werk

Mamoru Fujieda (*1955) absolvierte sein Musik- und Kompositionsstudium an der University of

California, San Diego, wo er u.a. zusammen mit Morton Faldman studierte. Inspiriert duch Harry

Partch und Lou Harrison beschäftigte er sich intensiv mit der Erforschung alternativer

Stimmsysteme. Seine Kompositionen wurden in Japan, Europa und den Vereinigten Staaten

aufgeführt und erhielten zahlreiche Preise. Zur Zeit lehrt er als Professor an der Kyushu

Universität, Fukuoka, Japan.

Patterns of Plants, komponiert zwischen 1996 und 2011, ist Mamoru Fujiedas Hauptwerk. Mit

dem "Plantron", einem vom Künstler und Botaniker Yuji Dogane entwickelten Gerät, misst der

Komponist elektrische Schwankungen auf der Oberfläche von Blättern und überträgt die so

erhaltenen Daten mit dem "Max Programming System" in Töne. In einem Prozess, den Fujieda mit

dem "Suchen nach schönen Blumen und seltenen Schmetterlingen in einem tiefen Wald"

vergleicht, horcht er nach musikalischen Mustern und verwendet diese als Grundlage für kurze

Kompositionen, welche er, ähnlich barocker Tanzsuiten, anschließend zusammengruppiert.

2.2 Musiker/innen

Die Interpreten werden sein: Meng-Chia Lin (Piano), Sabine Akiko Ahrendt (Violine) und

Yoshiro Shimizu (Shō).

Die in Köln lebende Komponistin und Pianistin Meng-Chia Lin wurde in Taiwan geboren. Sie hat

ihr Klavier- und Kompositionsstudium an der Musikhochschule Freiburg und der Hochschule für

Musik und Theater Hannover absolviert sowie Elektronische Komposition an der Hochschule für

Musik und Tanz Köln studiert. Meng-Chia Lin wird für dieses Konzert und passend zum Thema ein

eigenes Werk komponieren. Hierzu führt sie aus:

Lob des Schattens III ist für Shō Solo komponiert. Inspiriert vom gleichnamigen Buch des

japanischen Schriftstellers Junichiro Tanizaki habe ich dem Stück diesen Titel gegeben. Lob des

Schattens I ist für Bayanquartett geschrieben, Lob des Schattens II für Orchester. Das

durchgängige Konzept dieser Serie ist die Entfaltung der Musik aus einer Zelle heraus. Aufgrund

der improvisatorischen Vorlage erleben die Zuhörer bei jeder Aufführung ein anderes Musikstück.

In der Shō (japanische Mundorgel) bildet sich eine Räumlichkeit im Klangkörper. Die Bauweise

des Instrumentes ähnelt dem einer Pflanze - wie eine Pflanze reagiert die Shō auch empfindlich

gegenüber Temperaturschwankungen. Die Besonderheit des Klanges der Shō wird zur Formidee

dieses Stückes. Wie eine leise Pflanze entfaltet sich der Klang und nimmt seinen Platz im Raum

ein.

Musik ist die Kunst der Zeit und in der Pflanze entdecke ich die Gemälde dieses Zeitflusses - ein

Chiaroscuro Effekt - daher Lob des Schattens.

(https://de.linkedin.com/in/meng-chia-lin-743903b2)

Sabine Akiko Ahrendt, in Rüsselsheim geboren, lebt in Köln und spielt seit 2015 im Ensemble

Garage. Sie ist außerdem Mitglied des Ensemble Contrechamps (Genf), Mitgründerin von radikal

translation und PRAESENZ und spielt Konzerte mit dem Ensemble Modern, der MusikFabrik, dem

Ensemble Resonanz und Kaleidoskop. Nach ihren Studien in Frankfurt, Berlin, Hannover, Budapest

und Köln widmet sie sich seit einigen Jahren zunehmend der frei improvisierten Musik.

(www.sabineakiko.net)

Yoshiro Shimizu ist Musiker, Musikethnologe sowie Gründer und Leiter des ersten deutschen

Gagaku-Ensembles in Köln. Er leitet seit 2007 die Tenri Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt Köln.

Als Kultur- und Konzertorganisator sowie als Musiker ist Yoshiro Shimizu stark engagiert in der

Vermittlung traditioneller wie zeitgenössischer Musik.

3. Veranstaltungsort

Die Tenri Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt e.V. Köln wird durch einen im Jahre 2006 in Köln

gegründeten gemeinnützigen Verein getragen. Sie steht jedem offen und möchte Menschen aus

verschiedenen Ländern, insbesondere Deutschen und Japanern, unter anderem mit Konzerten,

Tanzperformances, Ausstellungen und Workshops Anregungen und Möglichkeiten geben,

zwischen ihren Kulturen Brücken zu bauen.

Sie bietet neben regelmäßig stattfindenden Konzerten der Sparte Klassische Musik immer wieder

Auftrittsmöglichkeiten für Ensembles und Musiker/innen aus dem Bereich der Zeitgenössischen

Musik. Besonders Werke japanischer Komponist/innen finden hier ihre (Ur-)aufführungen. U.a.:

2013 Jeffrey Lependorf und Scott Fields, Werke für Shakuhachi und Gitarre

2013 Rie Watanabe (Percussion), Werke von Toyoko Takami (UA)

2015 Yoshinao Mikami (versch. Instrumente) konzertierte mit eigenen Werken (UA)

2016 Maki Ohta (Gesang) mit Liedern von Shoko Shida und Tomonari Higaki

(www.tenri-kw.de)

Teilnehmende Künstler/innen

Yui Tombana

Rauminstallation

*06.03.1986 in Wakayama, Japan

Studium

2004-2008 Studium der Freien Kunst an der Kinki Universität, Japan

2008-2010 Masterstudium der Freien Kunst und der Kunstpädagogik an der Wakayama

Universität, Japan

seit 2014 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster

Angela Kiersch

Objekte

Biografie

*1958

1992 - 93 Kunstakademie Münster bei Jochen Zellmann, Liz Bachhuber, Jan Kolata

1994 - 95 Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Prof. Eggenschwiler

lebt als Künstlerin und Psychotherapeutin in Neukirchen-Vluyn

Lisa Creagh

Fotografie

Biografie

Lisa Creagh (geb. 1972, Coventry, GB) lebt als Fotografin und Fotokünstlerin in Brighton.

1994 beendete sie ihr Studium an der Goldsmiths University of London und schloss ein

Masterstudium an der Brighton University an. Zwischen 1997 und 2001 lebte und arbeitete sie in

New York als Künstlerin, Ausstellungskuratorin und Lehrerin für digitale Bildgestaltung. 2003

gründete sie das Fotografienetzwerk The Brighton Photo Fringe, welches bis heute eng verbunden

ist mit der Brighton Photo Biennale.

Werner Henkel

Installation, Briefe

*1956 in Hamburg

seit 1984 freischaffend tätig als Bildender Künstler und Seminarleiter

Sprache der Natur

Der Arbeit Werner Henkels liegt ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde. Er versteht Natur

immer mehr als ein Stoffwechselfeld, nicht nur materieller und energetischer Prozesse, sondern

auch als Feld eines Informationsstoffwechsels.

Aus den Wuchsformen, Verzweigungssystemen, dem Spiel mit Ästen und Verästelungen

entwickelt er Schriftzeichen und -bilder von bisher 12 Baumarten. Jedes Baumindividuum schreibt

mit seinem arttypischen Verzweigungsduktus seine Lebensgeschichte in die Baumgestalt.

Schriftart ist hier verstanden als Artenschrift, als Ausdruck einer artentypischen Geste. In Briefform

tritt er nun in Kontakt mit den Bäumen.

Teilnehmende Musiker/innen

Mamoru Fujieda

Komposition

Mamoru Fujieda (*1955) absolvierte sein Musik- und Kompositionsstudium an der University of

California, San Diego, wo er u.a. zusammen mit Morton Faldman studierte. Inspiriert duch Harry

Partch und Lou Harrison beschäftigte er sich intensiv mit der Erforschung alternativer

Stimmsysteme. Seine Kompositionen wurden in Japan, Europa und den Vereinigten Staaten

aufgeführt und erhielten zahlreiche Preise. Zur Zeit lehrt er als Professor an der Kyushu

Universität, Fukuoka, Japan.

Patterns of Plants, komponiert zwischen 1996 und 2011, ist Mamoru Fujiedas Hauptwerk. Mit

dem "Plantron", einem vom Künstler und Botaniker Yuji Dogane entwickelten Gerät, misst der

Komponist elektrische Schwankungen auf der Oberfläche von Blättern und überträgt die so

erhaltenen Daten mit dem " Max Programming System" in Töne. In einem Prozess, den Fujieda

mit dem "Suchen nach schönen Blumen und seltenen Schmetterlingen in einem tiefen Wald"

vergleicht, horcht er nach musikalischen Mustern und verwendet diese als Grundlage für kurze

Kompositionen, welche er, ähnlich barocker Tanzsuiten, anschließend zusammengruppiert.

Hörbeispiele:

www.youtube.com/watch?v=Bpqdxv8qrgA&index=2&list=PLpo2-

ciL92thoWjxcW0uqBogM3iup1Kb0

www.youtube.com/watch?v=0xaNFRfwgZk&list=PLpo2-

ciL92thoWjxcW0uqBogM3iup1Kb0&index=3

www.youtube.com/watch?v=EM1sxYbzoo8&list=PLpo2-

Kontakt (Veranstalter):

Yoshiro Shimizu, Kartäuserwall 20, 50678 Köln

Tel.: 0221-93119890/ info@tenri-kw.de

www.tenri-kw.de

Kontakt (Kurator):

Andreas Hentrich Tel.: 0151-42490901/ andreashentrich@web.de/ www.andreashentrich.de

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Earlier Event: February 22
Holding Time at ONCA Gallery, Brighton
Later Event: April 15
Holding Time